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    Die Liga der aussergewöhnlichen Ladies und Gentlemen.

Die Liga der aussergewöhnlichen Ladies und Gentlemen.

Montag, schlag neun Uhr und der erste Anruf soll direkt meine dringendsten unternehmerischen Probleme lösen. Läuft für mich, so mein erster Gedanke. Dann aber entpuppt sich der Anrufer als Unternehmensberater, der mich eigentlich recht wahllos mit Allgemeinplätzen der Unternehmensführung angesprochen hat. Enttäuschung macht sich breit. Also doch nur so ein ganz normaler Montag.

Die Post ein Sammelsurium von Credentials und Mailings von weiteren Consiglieri Anwärtern, die bei uns Probleme identifiziert haben wollen, die wir noch nie hatten, bzw. von denen ich noch nie gehört habe, dass es sie überhaupt gibt! Mittlerweile lese ich nur noch selten diese unglaublichen Angebote, unsere Profitabilität ins Unermessliche zu steigern und uns garantiert zum unternehmerischen Unicorn zu machen. Die Erfahrung sagt mir, dass es nur ganz seltene Exemplare an Beratern sind, die wirklichen Mehrwert für die UNIVERSUM Group schaffen.

Man merkt schon, Berater haben es tatsächlich schwer bei mir. Was nicht an meiner grundsätzlichen Führungskraft-Eitelkeit liegt, alles besser zu können. Mitnichten. Schließlich ist mir bewusst, dass wir als Unternehmen die größte Wertschöpfung aus Menschen erzielen, die in ihren Fachgebieten Spezialisten sind und uns deshalb besser machen. Mein Job ist es ja, solche Menschen zu finden, zu fördern und zu einem Team zu kombinieren, welches dann am Markt eben einzigartig schlagkräftig ist. Insofern sind auch Berater herzlich willkommen, einen fruchtbaren Teil zu diesem Ziel beizutragen. Problem ist nur, dass ich „fruchtbar“ oftmals ganz anders definiere, als es der Großteil der Beratergilde tut.

Meist fängt es schon beim Onboarding an, mein ungutes Bauchgefühl. Da werden dann ganze Teams von Beratern mit unserem Geschäftsmodell vertraut, bzw. vielleicht sogar fit für weitere Mandate aus der Branche gemacht – solch ein Bauchgefühl schwingt eben immer mit. Das kostet dazu nicht nur wertvolle Arbeitszeit unsererseits, sondern wird natürlich auch kräftig seitens der Unternehmensberater berechnet. Sie verdienen also doppelt, da sie sich von uns aufschlauen lassen, bzw. was völlig Neues beigebracht bekommen, um dann ihre Zeit auch noch in Rechnung stellen können. Kaum sind dann erste „Handlungsfelder identifiziert“, muss ich meist lächeln. Oftmals sind das nämlich „Probleme“ die wir vor den lukrativen Beratungsmandaten nie hatten und die dann mit nicht unerheblichem Aufwand gelöst werden sollen. Das alles natürlich zu Tagessätzen, die ich in meinem ganzen Unternehmerleben noch nie bekommen habe. Argumentiert werden diese immensen Kalkulationen mit senioriger Spezialkompetenz, wobei es Junioren in der Beraterbranche gefühlt gar nicht gibt.

Die Honorarfrage ist also grundsätzlich Stein des Anstoßes bei mir. Was mich nachdenklich macht, ist die kategorische Ablehnung erfolgsorientierter Kompensationen. Schließlich werde ich als Unternehmer ja auch erfolgsorientiert bezahlt. Warum nicht also auch die Kollegen, die mit ihren Versprechen sehr wohl erfolgsorientiert ausgerichtet sind – sich beim Bezahlen aber selten daran erinnern können.  

Bevor ich mich aber hier in Rage schreibe, soll auch die positive Seite der Beratermedaille nicht unerwähnt bleiben. Schließlich gibt es sie auch bei uns, die Berater. Im Marketing, Sales, IT, etc. Mittlerweile gibt es ja Berater für alle Funktionen im Unternehmen.

Diejenigen Berater, die bei uns ein längeres Mandat bekommen, tragen ganz klar zur Wertschöpfung des Unternehmens bei. Da wird regelmäßig geprüft, ob die gesteckten Ziele erreicht und sich die definierten KPIs erwartungsgemäß entwickelt haben. Ferner achten wir sehr auf die Auswahl unserer Berater. Aus Erfahrung wissen wir mittlerweile, die Spreu vom Weizen zu trennen. Das hat uns zugegeben Lehrgeld gekostet, aber heute sind wir umso besser in der Beurteilung von Beratern aufgestellt. Schon bei den ganzen Ex-Branchengrößen, die sich nun als Berater verdingen, fragen wir uns oft, ob es ein Leben nach dem Unternehmertum nur als Berater gibt?

Soviel zu den Barrieren, die es bei der UNIVERSUM Group zu nehmen gilt, bevor man hier als Berater akzeptiert und engagiert wird. Wir vertrauen nämlich erst mal auf das Können unserer eigenen Mitarbeiter und holen nur dann externe Expertise an Bord, wenn wir Spezialisten in einzelnen Bereichen tatsächlich zusätzlich brauchen. So wie ich jetzt zum Beispiel meinen ganz persönlichen Fitness-Berater fragen werde, was denn heute Mittag auf dem Speiseplan stehen sollte ... ob ich mich dann auch daran halte, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Mahlzeit,      

Ihr Axel Kulick   

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