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    Value Creating: Vom Traum in die Hölle – vom Alptraum in den Himmel.

Value Creating: Vom Traum in die Hölle – vom Alptraum in den Himmel.

Normalerweise lese ich diese ganzen Studien von Beratungsfirmen nicht. Warum? Weil das meist einfach nur eine Denkschrift ist, um die nächste Sau durchs Dorf zu jagen. Oder etwas gefälliger ausgedrückt: Geschicktes Agenda-Setting, um Handlungsbedarf zu erzeugen, wo vorher keiner war. Das passt in mein Bild von der Beratergilde, worüber ich mich schon ausführlich in einigen Blogbeiträgen geäußert habe.

Dieses Mal aber ist es anders. Dieses Pamphlet von McKinsey mit dem Titel „How value creating is reshaping the payments industry” zeigt deutliche Anzeichen für einen tiefgreifenden Wechsel der Spielregeln in unserem Finanzsektor auf. Dass es so kommen würde, hatte dabei jeder von uns „Mitspielern“ auf dem Schirm. Keiner kannte aber bis jetzt das Wann und vor allem das Wie. Nun wird es aber allmählich sichtbar, denn das M&A Fieber ist ungebrochen, die damit einhergehende Konsolidierungswelle unabdingbar und die Investitionsmöglichkeiten verbunden mit weiteren Success Stories über ungehobene Wertschöpfungspotenziale in sich wandelnden Zahlungswegen größer denn je. Im Unternehmerjargon auf den Punkt gebracht: „In unserer Branche ist grade sehr laute Musik drin“.  

Auslöser zur jetzigen Situation ist die vielzitierte „Digitale Transformation“. Zunächst ein Buzzword und von Vielen missverstanden, kommen so langsam die Auswirkungen der digitalen Transformation in unserem Konsumentenleben und damit auch in unseren angestammten unternehmerischen Wertschöpfungsketten an. Nur schade, dass unsere Politik, die zwar davon redet, anscheinend immer noch nicht erkannt hat, welches Gewicht und vor allem wie schnell diese Thema Geschwindigkeit aufgenommen hat. Na ja, vielleicht in der Agenda 2030. Wer meinte, dass die digitale Revolution eine Frage von sozialen Netzwerken und veränderten Marketingkanälen sei, der lag zwar nicht komplett falsch, hat aber bei Weitem den Umfang des Themas unterschätzt. Vielmehr geht es nämlich darum, dass sich zum einen das Konsumentenverhalten rapide mit den neuen digitalen Möglichkeiten ändert. Vom E-Commerce zum Mobile-Pay ist da als konkretes Beispiel nur eins von vielen. Zum anderen ist das branchenspezifische Wissen um ein Geschäft heute kein entscheidender Erfolgsfaktor mehr für den Aufbau und Betrieb eines Unternehmens. Da hat uns die viel geforderte und dann auch gelebte Transparenz einen mächtigen Strich durch die Rechnung gemacht. Heute googelt der begabte Stanford-Absolvent einfach, um zu erfahren, wie Payment Providing funktioniert. Um dann sogleich ein paar Algorithmen zu schreiben, welche wiederkehrende Prozesse automatisieren und damit ein Start-Up zu gründen, das im angestammten Markt die mühsam erkämpften und argumentierten Margen torpediert.

Was bleibt ist der sich grämende und meist fragende Unternehmer der Old-Economy. Wie konnte das passieren? Nun ja – ich würde sagen: Weil es in der Komfortzone wohl für die meisten angenehmer ist, anstatt den Ehrgeiz zu entwickeln, nie mit dem Status Quo zufrieden zu sein. Wobei lange Jahre der Status Quo ja auch gar nicht so schlecht waren. Man betrieb sein Geschäft, der Wettbewerb war bekannt, die Claims waren abgesteckt und die Planungen trafen meist recht genau die Ergebnisse. Eigentlich ein Traum, so ein funktionierendes, laufendes Geschäft. Wenn da kein Wettbewerbsdruck wäre – und keine „new Entries“, mit neuen Ideen für neue Konsumentenanforderungen. Es hätte alles so schön bleiben können, wenn sich nichts geändert hätte. Hat es aber. Mit dem Resultat, dass man recht schnell im angestammten Geschäftsmodell vom geruhsamen Traum in die Hölle rutscht. Der Wettbewerb greift die Margen an. Man gleicht sich an. Dann sind die Kosten zu hoch. Man gleicht das an. Dann sind zu wenig Leute für zu viel Arbeit da. Man versucht es mit Durchhalteparolen und treibt seine Leute in den perma-roten Stresslevel, während man sich selbst und der Welt die Situation schönredet und -rechnet. In dieser Spirale befinden sich einige unserer Marktbegleiter, während gleichzeitig neue Player auf den Markt drängen und mit neuen Ideen ganz neue Wertschöpfungspotenziale identifizieren, erobern und besetzen.

Genau da kommt also „Value Creation“ ins Spiel. An dem Punkt, wo man aufhört sich mit dem Erfassen und Steuern einer eingespielten Wertschöpfungskette zu beschäftigen, und wo man anfängt, sich über neue Arten von Wertschöpfung Gedanken zu machen. Mittels Kollaboration, in neuen Partnerschaften, als Reaktion auf sich verändernde Konsumentenverhalten, oder, oder, oder ...

Zugegeben, wer einmal in der Spirale der Hölle ist, dem fällt es natürlich unglaublich schwer, zeitgleich zu steigenden Kosten und sinkenden Umsätzen auch noch weitere Investments in „Value Creating Projects“ zu pumpen. Unternehmerisch ist sowas ein echter Alptraum. Aber wer aus der Hölle entfliehen will, muss einen Alptraum überstehen, um vom nächsten Himmel träumen zu können.

Das haben wiederum nicht nur einige der großen Pacemaker in anderen Branchen gezeigt. Amazon zum Beispiel. Da wird der angestammte Versandhandel permanent gestreamlined, während zeitgleich neue Services für neue Wertschöpfung sorgen. Amazon Prime, Amazon Logistics, Amazon Pay ... Klar, die wollen auch bei uns im Payment mitspielen. Da tun sich unternehmerisch nämlich gerade neue „Himmel“ auf.

Bleibt also die Frage, wo unser nächster „Himmel“ bei der UNIVERSUM Group ist und welchen Traum ich als Unternehmer als nächstes träumen möchte? Seien Sie versichert – wir bei UNIVERSUM haben es uns noch nie in der Komfortzone gemütlich gemacht, sondern haben unsere Antennen immer auf die Zeichen der Zeit ausgerichtet. In unseren Genen steckt nun mal der Ehrgeiz "First Mover" zu sein, um Neues auszuprobieren und vor allem nicht altbacken daher zu kommen. Deshalb ist für uns die McKinsey Studie auch keine überraschend neue Erkenntnis, sondern eher eine Bestätigung unseres zukunftsgerichteten, marktorientierten Denkens und Handels. Schließlich kreieren wir Wertschöpfung seit unseren Anfängen und haben bis heute noch nie damit aufgehört.     

Die Zukunft bleibt also spannend.

Ihr Axel Kulick   

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