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    Von Hypes, unserem Geschäft heute und dem Hinterher-Hecheln vermeintlicher Trends

Von Hypes, unserem Geschäft heute und dem Hinterher-Hecheln vermeintlicher Trends

Was zum Teufel sind Pokémünzen? Und warum scheint diese neue Währung plötzlich wie aus dem Nichts in aller Munde zu sein?

Gut – als Vater macht man ja im Laufe der Jahre immer wieder mal Bekanntschaft mit Jugendtrends und Hypes, die sich aufschwingen, die Welt zu verändern. So einige davon haben sich dann ja auch durchgesetzt und sogar meine ganz persönliche Trend-Nutzen-Prüfung bestanden. Der erste Sony Walkman zum Beispiel.... Aber das ist zugegeben wirklich schon etwas länger her.

In der digitalisierten Welt von heute geht es deutlich rasanter zu. Daran habe ich mich nicht nur gewöhnt, sondern ich genieße die derzeitige Grundgeschwindigkeit im unternehmerischen Sinne. Da ist schnelles Denken, Abwägen und Entschiedenheit gefragter als je zuvor. Für mich erhöht das den Spaßfaktor deutlich.

Außer, wenn es Geschwindigkeiten annimmt, die auch mich überrollen. So wie dieser Pokémon Go Hype. Innerhalb weniger Tage und Wochen war dieses Spiel beliebter als Tinder, hatte mehr aktive Nutzer als Twitter nach drei Tagen, schlug die tägliche Verweildauer von Instagram, Snapchat und Whatsapp nach vier Tagen, erreichte die Pole Position im App Store nach fünf Tagen und fährt am Markt zeitweise bis zu 10 Mio Dollar geschätzten Umsatz täglich ein. Ganz abgesehen davon wird der Wert des Unternehmens hinter dem Pokémon Go Spiel aktuell auf 11 Mrd. Dollar taxiert.

Chapeau - da gewinnt das Adjektiv „rasant“ tatsächlich nochmal eine ganz neue Dimension. Eine, die auch mir zugegebener Maßen Respekt einflösst. Denn wenn etwas dermaßen schnell die Welt überrollt, wird man ja unternehmerisch fast gezwungen, sich mit solch einem Phänomen sowie seinen Folgen zu beschäftigen.

Im konkreten Fall hieß das also für mich, dass sich auf mein kategorisches Abwinken nach dem Motto: „Lasst mich in Ruhe mit solch Kinderspielchen auf dem Handy – ich brauch das Ding für wichtigeres“ eine Phase der kognitiven Dissonanz anschloss. Schließlich drohte ich eine einsame Spezies zu werden, wenn ich weiterhin diesen Spielequatsch komplett negieren würde.

Gesagt – getan, habe ich mich also zumindest mit dem Trend und seinen möglichen Auswirkungen für unser Unternehmen beschäftigt. Fragen wie „kann so ein Spiel die Welt tatsächlich verändern und wie relevant können virtuelle Welten für reale Geschäftsmodelle  werden?“ habe ich mit denen diskutiert, die zunächst ähnlich abwinkend reagiert haben. Schließlich gab es ja Vorgänger wie Second Life, die recht schnell im Sande verlaufen sind, obwohl sie im ersten Anlauf für ähnlich weltweite Furore gesorgt haben.

Aber bei Pokémon Go ist die Dimension der Verbreitung ein echtes Argument, sich doch tiefer damit zu beschäftigen. Allein die Gespräche mit meinen Kindern über deren Handy-Spiele haben eine ganz neue Sichtweise erhalten. Ich heuchel nicht nur Interesse daran, ich habe echte Wissbegier entwickelt. Bis hin  zur Frage, ob virtuelle Tausch- und Zahlungsvorgänge in einem digitalen Spiel tatsächlich irgendwann Relevanz für unser reales Wirtschaftsleben haben werden? Bitcoins lassen grüßen!

Damit sind wir dann wiederum bei der Eingangsfrage: „Was zum Teufel sind Pokémünzen?“ und muss ich als innovativer Unternehmer vielleicht „PokéPay“ als Zahlungsmittel eintragen lassen?  Zumindest für mich persönlich muss ich erst mal klären und verstehen, was es mit den kleinen Monstern, ihrer Entwicklung zu Kampfmaschinen und dem daraus resultierenden digitalen Applaus für deren spielende Besitzer auf sich hat. Denn vielleicht ist es schlussendlich ja gar nicht so abwegig, über eine „InGame Bonitätsprüfung“ oder ein „Pokémon Go Risk-Scoring“ als zukünftiges Leistungsangebot der UNIVERSUM Group nachzudenken?

Unternehmenswachstum kennt eben nicht nur geografische Ausdehnung. Auch die Identifizierung, Eroberung und Besetzung von neuen, innovativen Handlungsfeldern gehört schließlich zu den elementaren Aufgaben einer wachstumsorientierten Unternehmensführung. So geschehen bei Nokia, die ursprünglich Gummistiefel herstellten. Oder Mannesmann, die mit nahtlosen Rohren reüssierten, bevor man ins Geschäft mit der mobilen Telefoninfrastruktur eingestiegen ist. Nicht zu vergessen die Preussag AG, die eigentlich Bergwerke und  Hütten betrieb, bevor sie sich aufschwang, zum größten Touristikkonzern der Welt zu werden.

So abwegig wage ich ja noch nicht mal zu denken – aber vor 20 Jahren war unser Kerngeschäft „Inkasso“ auch eher eine analoge Dienstleistung. Heute gehört es zu unserem Tagesgeschäft, Schnittstellen, Software as a Service Module und E-Commerce Lösungen für mobile Payments anzubieten. Insofern sind wir erfolgreich dem weltweiten Trend der Digitalisierung gefolgt. Dazu haben wir mittlerweile auch die meisten erfolgreichen Digital-Start-Ups im Visier und können recht gut einschätzen, auf welche digitale Plattform wir aufspringen, und bei welchen wir erst nochmal abwarten, bevor wir eine Entscheidung treffen.

Social Commerce Strategien bei Facebook, YouTube, Linkedin und Co sind für uns zum Beispiel Grund genug, frühzeitig dort Erfahrungen zu sammeln, um im richtigen Moment zu partizipieren. Mit Swarm, Slack, Peach, Tribe und eben auch Pokémon Go müssen wir uns ebenfalls auseinandersetzen, auch wenn es auf den ersten Blick manchmal schwer fällt mit der Ernsthaftigkeit. In der digitalen Königsklasse unseres Geschäftsmodels geht es dann um „API-driven Fintech Software Development Kits“. Was ein Buzzword (Kochsmicha wird das sicher kommentieren) – aber eben auch Ausdruck der aktuellen unternehmerischen Herausforderungen, denen wir uns als führender Payment Solutions Anbieter täglich stellen.

In diesem Sinne höre ich jetzt auch mal auf zu schreiben und fang ein paar Taubsis – vielleicht dazu ein Nebulak. Denn Innovationsmanagement kann auch Spaß machen...

Mit spielerischem Gruß aus Pokémon-Hausen

Ihr Axel Kulick

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