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Betrug im Inkasso: Kriminelle versenden falsche Zahlungsaufforderungen

Fake-Inkasso ist der vielleicht einfachste Betrug der Welt. Dabei senden Betrüger Verbrauchern gefälschte Zahlungsaufforderungen zu – oft im Namen real existierender Inkassounternehmen, aber mit minimalen Änderungen - vor allem einer anderen Bankverbindung.

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So wird als Firmenname beispielsweise Ltd. statt GmbH angegeben; vor allem aber wird auf der Rechnung eine andere Bankverbindung genannt. Voraussetzung für den Betrug sind nicht mehr als ein paar gefälschte Zahlungsaufforderungen, arglose Verbraucher und ein Konto im Ausland.

Für 2016 hat der Branchenverband BDIU (Bund Deutscher Inkasso Unternehmen) einen starken Anstieg an derartigen Betrugsfällen festgestellt. Die wichtigsten Fragen werden hier beantwortet: Wie gehen die Betrüger vor, wo entstehen welche Schäden, und wie können sich Verbraucher wirkungsvoll schützen?

 

Inkasso Betrug – das ist die Masche

Die Vorgehensweise von Fake-Inkassounternehmen ist denkbar einfach. Die Betrüger – oft Banden, die aus dem ost- und südosteuropäischen Ausland operieren – versenden Zahlungsaufforderungen fiktiver Inkassounternehmen. Diese erhalten oft einen eigenen professionellen Auftritt, inklusive Homepage und gefälschter BDIU-Mitgliedschaft, so dass Verbraucher auf den ersten Blick keinen Unterschied zu einem echten Inkassounternehmen erkennen können. Alternativ kopieren die Betrüger auch Namen und Auftritt eines existierenden Inkassounternehmens.

Auch bei der UNIVERSUM Group gab es schon einen solchen Fall. „Anfang 2015 versuchten Betrüger, mit fingierten Zahlungsaufforderungen einer Universum Inkasso Ltd. aus Berlin Gelder zu erschleichen“, erinnert sich der Geschäftsführer der UNIVERSUM Group und Vizepräsident des BDIU, Axel Kulick. „Nachdem sich vorgebliche Schuldner bei uns gemeldet hatten, konnten wir den Vorgang relativ schnell aufdecken und haben dann Strafanzeige gestellt. Dieses hat im weiteren Verlauf durchaus zum Erfolg der ermittelnden Behörden beigetragen und zu teilweisen Inhaftierungen der Täter geführt.“

 

Hoher Schaden durch betrügerisches Inkasso

Die Masche erzeugt gleich doppelten Schaden. Zum einen werden Verbraucher direkt geschädigt und um ihr Geld betrogen. Oft kann es sich dabei um Beträge zwischen 500 und 1000 Euro handeln, die – einmal überwiesen – unwiederbringlich weg sind. Wenn auch nur ein niedriger Prozentsatz der Betroffenen auf die Briefe reagiert, hat sich der Betrug für die Straftäter gelohnt.

Noch höher ist allerdings der Schaden, der den betroffenen Inkassounternehmen entsteht. „Durch den Missbrauch entstehen den betroffenen Inkassounternehmen massive Imageprobleme“, erläutert Axel Kulick. „Der gute Ruf – und damit das wichtigste Pfund, mit dem ein Unternehmen in unserer Branche wuchern kann – wird untergraben.

Hinzu kommen Probleme mit dem Tagesgeschäft: Wenn die gefälschten Zahlungsaufforderungen in zehntausendfacher Ausfertigung versendet werden, melden sich – vernünftigerweise - viele verunsicherte Empfänger bei dem betroffenen Inkassounternehmen. Dort kann es dann schnell zu Engpässen in den Call Centern und bei der Bearbeitung der echten Inkassofälle kommen.

Dennoch sieht Axel Kulick die vielen Anrufe positiv: „Wir selbst sind auf jeden Fall dankbar für Bürger, die uns auf diese Schreiben der Fake-Inkassos hinweisen, und unterstützen die Aufklärung in jeglicher Form.“

Für Inkassounternehmen ist es immens wichtig, sich möglichst schnell öffentlich von den gefälschten Briefen und Zahlungsaufforderungen zu distanzieren und auf den Betrug aufmerksam zu machen. Viele Geschädigte melden sich in solchen Fällen bei den Verbraucherschützern. In diesem Fall ist es gut, wenn die Verbraucherschutzzentralen schon wissen, dass Betrüger am Werke sind – und die entsprechenden Informationen weitergeben können.

 

So schützen sich Verbraucher vor Inkasso-Betrügern

Die schärfste Waffe gegen gefälschte Inkassobriefe ist immer noch der gesunde Menschenverstand. So muss bei jeder Zahlungsaufforderung klar sein, wofür das Geld eingefordert wird. Inkassounternehmen sind seit dem 01.11.2014 und der Umsetzung des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken (allgemein GguG) verpflichtet, genaue Angaben über die Entstehung einer Forderung zu machen. Daher können Verbraucher leicht überprüfen, ob diese rechtmäßig ist.

Auch die Bankverbindung, die in den falschen Zahlungsaufforderungen angegeben ist, kann Betrüger entlarven: Wenn das Geld auf ein Konto im Ausland überwiesen werden soll, obwohl das vermeintliche Inkassounternehmen seinen Sitz in Deutschland hat, ist Vorsicht geboten.

Bei Zweifeln hilft ein Anruf beim entsprechenden Inkassodienstleister, um die Angelegenheit aufzuklären. Die Informationen in der Zahlungsaufforderung sollten dabei hinterfragt werden: Teilweise erstellen die Betrüger eigene Websites oder schalten sogar eine Telefon-Hotline, um Verbraucher in die Irre zu führen. Diese Daten werden dann auch in den Briefen weitergegeben.

Zusammengefasst gilt: Je schneller betroffene Inkassounternehmen, die Verbraucherzentralen und vor allem die Strafverfolgungsbehörden informiert werden, desto eher kann den Kriminellen auch das Handwerk gelegt werden. Zu große Hoffnungen auf eine Verhaftung und Verurteilung sollte man sich aber nicht machen: Da die Täter häufig aus dem Ausland operieren, sind die Möglichkeiten deutscher Behörden begrenzt.

 

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