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    Was wäre, wenn es Inkasso nicht gäbe?

Was wäre, wenn es Inkasso nicht gäbe?

Gastbeitrag von Kay Uwe Berg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU)

Gastbeitrag von Kay Uwe Berg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU):


Bevor bei den Gegnern unserer Branche jetzt die Sektkorken knallen: Nein, die Inkassowirtschaft ist nicht bereit, ihre Tätigkeit aufzugeben. Da sind schon unsere mehr als eine halbe Million Auftraggeber davor – Online-Händler, Handwerker, Dienstleister, große Konzerne und KMU, die öffentliche Hand und Gesundheitsanbieter, um nur ein paar zu nennen –, und das aus gutem Grund: Denn unsere Mitgliedsunternehmen, mehr als 550 Inkassodienstleister mit rund 20.000 Mitarbeitern, sorgen dafür, dass deren berechtigte Forderungen auch tatsächlich beglichen werden. Mehr als fünf Milliarden Euro pro Jahr fließen durchInkasso in den Wirtschaftskreislauf wieder zurück.

Was wäre, wenn die Wirtschaft dieses Geld durch die Tätigkeit der Inkassounternehmen nicht erhielte? Dann müsste sie es an anderer Stelle verdienen. Bei Unternehmen ist relativ klar, wer das bezahlen muss: Die weit überwiegende Mehrzahl der Kunden, die ehrlichen Zahler, die brav ihre Rechnungstreue erfüllen und dann über höhere Preise die Zeche für den laxen Zahler mitzutragen hätten. Mit Fairness hat das nichts zu tun – weder für die Verbraucher noch für die Unternehmen, die die drohende Gefahr von Einnahmeverlusten durch Einsparungen, etwa beim Personal, oder Kostenanpassungen wegbügeln müssten. Manche Firma würde die fehlende Möglichkeit, Rechnungen durch Forderungsmanagement-Dienstleister einzuziehen, wirtschaftlich ins Aus befördern: Zahlungsstopp, Ende der wirtschaftlichen Tätigkeit und ein Insolvenzverfahren, das wiederum zusätzliche Kosten für Gerichte und die Allgemeinheit auslösen würde. Von den Belastungen der Sozialkassen und der Steuerzahler, die Jobverluste und eine steigende Arbeitslosigkeit unweigerlich auslösen würden, mag ich gar nicht erst reden. Kassandra-Rufe? Nein, eine Folge davon, wenn man Inkassounternehmen einfach so von heute auf morgen abschaffen würde.

Aber nicht nur die Wirtschaft wäre ohneInkasso aufgeschmissen. Auf die Gerichte würde eine wahre Prozesslawine zurollen. Pro Jahr klären BDIU-Mitglieder mehr als 19 Millionen neu ins Forderungsmanagement übergebene Fälle – kaum vorstellbar, was passieren würde, wenn sich die ohnehin schon völlig überlasteten Gerichte jetzt auch noch mit diesen Fällen befassen müssten. Mit dem jetzigen Personal wäre das keinesfalls möglich. Fiele für die Wirtschaft die kostengünstige und gerichtsschonende Rechtsdienstleistung Inkasso weg, müssten die Gerichte erheblich personell aufstocken – auch das müsste der Steuerzahler bezahlen. Nur zur Erinnerung: Völlig unnötige Zusatzausgaben für die Staatskasse, die nur dadurch entstehen, dass Kunden fällige Rechnungen für wirksame Verträge nicht begleichen. Muss dafür wirklich die Allgemeinheit eintreten? Ich fände das völlig unverhältnismäßig und auch mein Gerechtigkeitsempfinden entwickelt bei diesem Gedanken ein starkes Störgefühl.

Trotzdem schwingen sich vor allem Verbraucherformate in den Medien immer wieder zum Robin Hood für Schuldner auf, die eine Mahnung durch ein Inkassounternehmen erhalten. „Muss ich das wirklich bezahlen? Zusammen mit den hohen Inkassokosten – das ist doch unfair, ich habe doch nur eine Rechnung nicht bezahlt, das kann doch so teuer gar nicht sein“, jammert da mancher wortreich.

Wäre eine Welt ohne Inkasso also fairer? Gegenfrage: Wäre eine Welt, in der es keine Regeln gibt, eine bessere Welt? Die Antwort fällt nicht schwer. Zusammenleben braucht Regeln. Das weiß jeder aus seiner eigenen Erfahrung im Privatleben. Und auch in der Wirtschaft, wenn es um Geld geht, das dem einen zusteht und der andere nicht (oder nicht rechtzeitig) bezahlt, braucht man Vereinbarungen – und jemanden, der diese Regeln im Zweifel mit der nötigen Konsequenz durchsetzt. Inkassounternehmen machen genau das. Und sie erledigen diesen Job – um auf die Eingangsfrage zurückzukommen – fair und mit Augenmaß, damit sich beide Seiten, Schuldner und Gläubiger, am Ende wieder in die Augen schauen und miteinander wirtschaftlich handeln können. Das ist effizient, gerecht und angemessen – und genau deshalb brauchen wir Inkassounternehmen!

Kay Uwe Berg ist einer der hochkarätigen Speaker unseres UNIVERSUM Business Events am 05. Juni in Frankfurt am Main. Als Unternehmenskommunikator und Verbandsgeschäftsführer verbindet Kay Uwe Berg das Beste aus zwei Welten und bringt für Sie alle relevanten Neuigkeiten im Forderungsmanagement in seinem Vortrag auf den Punkt.

Top-aktuelle News über den BDIU, Forderungsmanagement, Zahlungsmoral, Insolvenzen und Verschuldung gibts unter: https://twitter.com/BDIU_inkasso_de

 

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