Wissen | Fachbegriffe

In der Rubrik "Wissen" haben wir für Sie ein Glossar rund um die Themen Risiko- und Forderungsmanagement, E-Commerce sowie Payment und Zahlungsabsicherung erstellt.

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Inkasso

Inkasso – Definition

Mit Inkasso wird das geschäftsmäßige Einziehen fremder Forderungen beschrieben, die zahlungsgestört oder notleidend sind. Das Inkasso kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn ein Schuldner einer Forderung durch den Gläubiger nicht nachkommt. In diesem Fall schaltet der Gläubiger ein Inkassounternehmen hinzu, das mit dem Einzug der Forderung beauftragt wird.

Inkasso – Rechtliche Rahmenbedingungen

Das geschäftsmäßige Einziehen fremder Forderungen ist nach §§ 2 Abs. 2, 10 Abs. 1 Nr. 1 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) erlaubnispflichtig. Diese Erlaubnis wird nach Genehmigung des Antrags auf Eintragung ins Rechtsdienstleistungsregister erteilt. In Deutschland ist die Organisation Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) in Berlin allgemein für die Inkassowirtschaft verantwortlich. Der Verband stellt die Maßstäbe an Seriosität sowie die strengen Anforderungen an der ordnungsgemäßen, gewissenhaften und rechtstreuen Berufsausübung seiner Mitglieder sicher.

Vorgehensweise beim Inkasso

Zahlt ein Kunde trotz mehrmaliger Mahnung seine offene Rechnung nicht – oder kommt es zu Rücklastschriften, weil beispielsweise das Konto des Schuldners nicht gedeckt ist, kann der betroffene Unternehmer die Forderung an ein Inkassounternehmen weitergeben. Dabei kann der Betrieb das Inkassounternehmen entweder beauftragen, in seinem Namen die Forderung beizutreiben (= Eintreibung im Auftrag), oder das Inkassounternehmen bevollmächtigen, die Forderung in eigenem Namen einzuziehen (= Einziehungsermächtigung). Alternativ ist auch eine Vollabtretung oder eine sogenannte Inkassozession möglich, bei der die Forderung gänzlich an das Inkassounternehmen abgetreten wird. Die Kosten für den Forderungseinzug durch ein Inkassounternehmen erfolgt durch die Abtretung des Verzugsschadensanspruches (= Inkassokosten) durch den Auftraggeber. Damit erfolgt keine Belastung gegenüber dem Auftraggeber. Inkassokosten sowie Fremdkosten werden beim Schuldner als Verzugsschaden geltend gemacht und eingezogen.

Weitere Services eines Inkassodienstleisters

Gut aufgestellte Inkassounternehmen leisten nicht nur die Beitreibung offener Forderungen, dem sogenannten Inkasso, sondern bieten weitere Dienstleistungen im Bereich Risiko- und Forderungsmanagement an. Dazu zählen beispielsweise Payment-Dienstleistungen, Zahlungsgarantien oder Factoring, Bonitätsprüfungen, Auskunfteileistungen, Liquiditätsmanagement oder Debitorenmanagement.

Wie gehen Online-Shops mit Inkasso um?

Im Falle eines Zahlungsausfalls greifen auch Shopbetreiber auf Dienstleister zurück, welche sich im Bereich Risisko- und Forderungsmanagement spezialisiert haben und lassen offene Beträge durch diese beim Schuldner einziehen. Oftmals nutzen Shop-Betreiber aber auch bereits im Vorfeld zusätzliche Dienstleistungen von Unternehmen, wie beispielsweise Bonitätsprüfungen oder Zahlungsgarantien, um sich für Zahlungsausfällen zu schützen.

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